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Rauchen

Die Biochemie des Gehirns

Das Belohnungssystem
Wie wir uns fühlen, bestimmt ein kleines Zentrum in unserem Gehirn. Es ist der nucleus accumbens. Es wird deshalb auch Lustzentrum genannt.
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Die Lustempfindungen unseres Belohnungssystems werden in unserem Gehirn biochemisch gesteuert. Deshalb kann man es durch die künstliche Zufuhr von Substanzen, die das Belohnungssystem auch selbst zur Nachrichtenübermittlung verwendet, manipulieren.
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Diese Substanzen sind nichts anderes als unsere bekannten Drogen.
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Wenn Raucher rauchen, manipulieren Sie ihr Belohnungssystem mt der Droge Nikotin.
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Drogen sind wirksamer als Erlebnisse
Werden dem Gehirn solche Drogen zugeführt, übernehmen diese prompt das Kommando über die neuronalen Schaltkreise. Sie stimulieren stärker und anhaltender als jedes natürliche Ereignis. Die unterschiedlichen Drogen setzen zwar erst mal in verschiedenen Gehirnbereichen an, ihre Wirkung entfalten sie aber erst im Belohnungssystem. Dort wo unsere Gefühle entstehen.

Die Bahnen der Sucht

Wege im Gehirn
Die Bahnen ins Belohnungssystem sind inzwischen bekannt. Diese Wege fressen sich regelrecht ein und werden nicht mehr abgebaut. Auch das Rauchen, also der Konsum von Nikotin, erzeugt diese Wege. Selbst die Ess- oder die Spielsucht verwenden solche Wege zum Belohnungssystem. Schlüsselkomponente ist das Dopamin. Der entscheidende Schaltkreis ist das "mesolimbische Dopaminsystem". Die Dopaminbahn von der Area tegmentalis ventralis (ATV) zum Nucleus accumbens (NAc) ist für die Sucht entscheidend.

Diese Gehirnregionen gibt es bei allen Säugetieren. Deshalb kann man die Wirkungen von Drogen auch im Tierversuch studieren.

Interessant, aber eigentlich ganz logisch: Tiere bei denen diese Hirnregionen beschädigt sind, interessieren sich nicht für Drogen.

Süchtige Tiere
Auch die in der Forschung so beliebten Ratten und Affen kann man problemlos süchtig machen.

Die Versuchsanordnung: Man bietet ihnen drei Hebel und drei dazugehörende Spender an. Für Futter, eine wirkungslose Salzlösung und eine typische Rauschdroge. Schon nach ein paar Tagen werden die Tiere süchtig, kümmern sich fast nur noch um die Drogentaste und bleiben ständig in ihrer Nähe. Fressen, Trinken und selbst Schlafen wird vernachlässigt. Besonders suchtanfällige Tiere würden verhungern, wenn man sie so weitermachen ließe.

Wird der Suchtstoff nicht mehr geliefert, hören die Tiere bald wieder auf, die Taste zu bedienen. Doch selbst nach monatelanger Abstinenz betätigen sie die Taste sofort wieder, wenn sie nur einen Hauch der Substanz spüren.

Vor allem bei unangenehmen Erlebnissen und in Stresssituationen fallen sie voll in ihr altes Suchtverhalten zurück. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Die Wirkung der Drogen auf Raucher

Zwei verschiedene Wirkungen
Die Droge Nikotin verursacht nach längerem Gebrauch beim Rauchen im Gehirn der Raucher zwei recht unterschiedliche Wirkungen.

1. Gewöhnung
Einerseits stumpfen die Nervenschaltkreise gegenüber der Droge ab. Um die euphorisierende Wirkung zu erzeugen, muss die Substanz immer mehr bzw. öfter zugeführt werden. Diese Wirkung lässt bei der Drogenabstinenz mit der Zeit nach. Die Gewöhnung an die Droge verliert sich wieder. Nach langer Abstinenz wirkt Nikotin wieder stärker. Die Zigarette "haut wieder richtig rein".

2. Sensitisierung
Andererseits ruft der Organismus immer lauter und intensiver nach der Droge. Der Zwang, sich die Droge unverzüglich einzuverleiben, entsteht immer leichter und schneller. Diese Wirkung lässt während der Abstinenz kaum nach. Man spricht vom "Nikotingedächtnis". Es schläft zwar in der Abstinenzzeit. Wenn es durch die Zufuhr der Droge geweckt wird, kann es auch noch nach vielen Jahren sofort die alte Sucht in alter Stärke aufflammen lassen. Deshalb warnen wir ständig vor der "einen Einzigen".

Verknüpfungen
Wenn das Belohnungssystem sein Wohlgefühl regelmäßig über künstlich zugeführte Substanzen erzielt, verlernt es mit der Zeit, auf natürliche Erlebnisse zu reagieren. Es bekommt irgendwann überhaupt kein Wohlgefühl mehr ohne Droge zustande.

Der Süchtige beginnt nun, die natürlichen Erlebnisse mit der Droge aufzupeppen. Er empfindet dann: "Mit Zigarette wird alles doppelt so schön!" Nur um in die Nähe des Wohlgefühls zu kommen, das ein Nichtraucher bei bestimmten Erlebnissen empfindet, muss er Nikotin zusetzen.

Und nun braucht er bereits beim Aufstehen Nikotin, braucht es, damit der Kaffee schmeckt, damit er sich über eine schöne Begegnung freuen kann, damit er das gute Essen, den Fernsehfilm oder die Kuschelstunde genießen kann. Und vieles andere mehr. Der ganze Alltag muss mit Nikotin aufgebessert werden, um sich einigermaßen wohl zu fühlen.

Diese Kopplungen sind besonders schwer zu beseitigen und verführen viele Nichtmehrraucher zu Rückfällen. "Weil ohne Zigaretten alles langweilig, öde und leer ist."

Eine wichtige Erkenntnis
Viele Aussagen hier mögen bedrückend sein. Wir sagen Ihnen all dies trotzdem. Aus einem einzigen Grund: Damit Sie sich darauf einstellen können. Damit Sie mit den beim Nichtmehrrauchen auftretenden Gefühlen intelligent und dadurch überlegen umgehen können.

Gute Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Seite Rauchen netdoktor.de.

Das abhängige Rauchen wird übrigens in Stadien eingeteilt.

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Viel Erfolg wünscht Ihnen
Ihr Team Elsner